Weingut Wolfram Proppe
50.964981, 11.700788

Der Satellit im Süden

Weingut Wolfram Proppe

Das Gleistal liegt etwas abseits des Kerngebiets der Weinregion – ein guter Ort für einen unabhängigen Geist.
Köpfe:
Wolfram und Wencke Proppe
Hände:
8–10
Gründung:
2007
Fläche:
5 ha
Bg51 Winzer:
seit 2017
Bg51 Lagen:
Bg51 Rebsorten:
  • Weißburgunder
  • Chardonnay
  • Riesling

„Auf Jenaer Flur gab es im 15. bis 16. Jahrhundert rund 700 Hektar Weinberge, soviel wie heute im ganzen Anbaugebiet von Saale und Unstrut“, betont Wolfram Proppe. Seine Reben stehen in der Einzellage Golmsdorfer Gleisburg“, wo aufgelassene Weingärten, heute als Streuobstwiesen oder Grünland genutzt, die ehemals bedeutende Lage am kleinen Nebenfluss der Saale erahnen lassen. Gemeinsam mit seiner Frau Wencke hat er sie zu neuem Leben erweckt.

„Auxerrois kommt bei uns teilweise ins Holz, Chardonnay komplett und Weißburgunder bauen wir nur im Edelstahl aus, damit ein frisch-fruchtiger, gebietstypischer Weißwein entsteht.“

Obwohl es in seiner Familie keine Weintradition gibt, konnte sich Proppe nie einen anderen Beruf vorstellen. Als Kind hatte er in den Ferien regelmäßig im Weinberg von Freunden ausgeholfen – mit wachsender Freude. Nach Ausbildung und erster Berufserfahrung als Kellermeister baute er schrittweise ein eigenes Weingut auf, das er seit 2014 im Haupterwerb bewirtschaftet. Durch den Umbau des Hofs in Löberschütz sind Arbeit und Familienleben inzwischen auch an einem Ort vereint.

 

Proppe pflanzt neben Klassikern wie Riesling und Weißburgunder auch Rebsorten, die nicht auf den ersten Blick für Saale-Unstrut charakteristisch sind: Chardonnay und Auxerrois. Letzterem – schon früher in dieser Gegend angebaut – wird wegen seines breiten geschmacklichen Spektrums eine große Zukunft prophezeit. Rebsorten wie dem Cabernet Blanc, einer neugezüchteten, pilzresistenten Bukettrebsorte, schätzt Proppe besonders. Zu seinen „Neuen Meistern“ zählt auch die einzige rote Rebsorte im Portfolio: der Cabernet Jura. „Hier an der Golmsdorfer Gleisburg haben wir die Steilheit, die auch Rotweine mögen, und wir haben mehr Sonnenstunden als die Mittelmosel  – nur unsere Nächte sind kälter“. Und die tun auch seinen aromabetonten Weißen gut.